Am Mittwoch den 28.04 um 2 Uhr Nachts, hat mich Fanny geweckt. Sie wollte raus um sich zu lösen. Als wir dann wieder im Schlafzimmer waren, ging es auch schon los. Sie hechelte vermehrt und wollte meinen begehbaren Kleiderschrank umräumen. Wir zogen dann ins Wohnzimmer damit Mario in Ruhe schlafen konnte. Es ging den ganzen Tag so weiter. Hecheln und einen geeigneten Platz für die Welpen suchen. Die Wurfkiste fand sie nicht so toll. Um 18 Uhr konnte ich dann die ersten kleinen Presswehen erkennen. Die Presswehen wurden mit der Zeit stärker. Jetzt war auch meine Wurfkiste gut genug. Die Presswehen waren nicht schlecht, nur die langen Abstände zwischen den Wehen beunruhigten mich doch. Um 21.45 klingelte ich dann meine Freundin und Züchterkollegin, Bettina aus dem Bett. Sie bestätigte mein ungutes Bauchgefühl. Ich habe dann in einer Tierklinik angerufen. der Arzt sagte mir das ich aber nach Passau kommen müsste. Das bedeutete eine Fahrtzeit von fast einer Stunde. Und einen Arzt den ich nicht kenne. Meine Haustierärztin bietet leider keinen 24h Notdienst an. Somit konnte ich sie leider nicht erreichen. Mario hatte dann die super Idee Dr. Fürstberger anzurufen. Er hat bei uns im Stall schon mal ein Pferd kastriert. Ihn konnten wir dann auf dem Handy erreichen. Er war sofort bereit uns zu helfen. Meine Mama fuhr mit und wir waren eine halbe Stunde später bei ihm. Er Untersuchte Fanny kurz. Und gab ihr dann eine Spritze Oxytocin. Das ist ein Wehen förderndes Mittel. Keine 5 Minuten später zeigte es auch schon seine Wirkung. Wir warteten eine Weile und die Presswehen wurden echt gut, auch in kurzen Abständen wie es sein soll. Dr. Fürstberger bereitete in dieser Zeit schon mal vorsichtshalber alles für den Kaiserschnitt vor. Er konnte in dieser Zeit natürlich keine Tierarzthelferin mehr zu sich rufen. Was bedeuten würde das wir beim Kaiserschnitt helfen müssten. Die Welpen abnabeln und versorgen das wäre natürlich überhaupt kein Problem für mich. Aber direkt bei Fanny dabei sein wenn sie aufgemacht wird, das hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft. Das machte mir schon etwas Angst. Nach gut 15 Minuten untersuchte er noch einmal und er konnte einen Welpen spüren. Wir warteten also nochmal etwas ab. Dann kamen nochmal ein paar gute Presswehen, und ein kleiner Schwall Fruchtwasser ging ab. Jetzt war ich sehr erleichtert. Ich wusste durch meine Züchterseminare das jetzt der Welpe im Geburtskanal ist und die erste Fruchthülle geplatzt ist. Ich wusste das es jetzt nicht mehr lange dauert und der erste Welpe wird geboren. Fanny presste noch ein paar mal ordentlich. Und Plötzlich war die Fruchthülle mit Baby zu sehen. Ich kann euch gar nicht sagen wie froh ich war. Um 23.30 Uhr wurde dann der erste Welpe geboren, die kleine Kathy (270g). Zügig packten wir Fanny und Kathy ins Auto. Dr. Fürstberger gab mir noch ein paar Spritzen Oxytocin mit nach Hause. Zuhause angekommen kam dann um 1.05 Uhr das zweite Mädel, die kleine Kaja mit 240g auf die Welt. Um 2.45 Uhr kam dann der erste Rüde, unser Knut (320g). Knut macht seinem Namen bereits alle Ehre. Er ist eine richtige Knut"schkugel". 20 Minuten später folgte auch schon Karlchen mit 330g. Um 4.38 Uhr kam dann wieder eine Hündin. Lara gab ihr den Namen Kiwi. Kiwi brachte 250g auf die Waage. Bis dahin konnte ich die Geburt recht schön am laufen halten. Fanny ruhte sich jetzt aus. 4 Stunden nach Kiwi, um 8.45 Uhr, kam dann wieder sehr mühselig, der kleine Knirps (260g). Er hatte ganz blaue Füßchen und atmete schlecht. Er erholte sich zum Glück aber recht schnell. Fanny ruhte sich erneut aus. Ich telefonierte in der Zwischenzeit mit meiner Haustierärztin, die jetzt wieder Sprechstunde hatte. Ich war mir sicher das auf jeden fall noch ein Welpe drin ist. Als nach 3 Stunden immer noch kein Welpe da war, fuhr ich mit Fanny und den Babys zu meiner Tierärztin. Anja wusste bescheid. Sie und ihr Team hat bereits auf uns gewartet. Bei Fanny wurden als erstes mal die Vitalwerte gecheckt. Dann ging es ab zum Röntgen. Auf dem Bild war noch ein Welpe zusehen, der Welpe wirkte ziemlich groß. Im Anschluss wurde durch eine Ultraschall Untersuchung nach dem Herzschlag geschaut. Das Herzchen schlug schon langsam. Anja riet mir zu einem Kaiserschnitt. Dem stimmte ich zu. Fanny wurde dann gleich in den OP gebracht. Ich wartete mit den Babys im Behandlungszimmer. Eine Gefühlte Ewigkeit später, brachte mir Caro eine Hündin. Sie bekam von mir den Namen Kimara. Kimara schlief, da sie auch etwas von der Narkose ab bekommen hat. Aber ihr Herzchen schlug und sie Atmete. Ich war sehr froh als ich sie in meinen Armen halten konnte. Fanny´s Schnitt musste noch genäht werden. Caro brachte mir kurze Zeit später noch einen Welpen. Er oder Sie starb bereits im Mutterleib. Und fing schon an sich zu zersetzen. Dann kam Fanny wieder zu uns sie schlief noch. Aber ihr ging es soweit recht gut. Kurze Zeit später wachte sie auf und wollte gleich zu ihren Babys. Wir warteten noch kurz bis sie wieder einigermaßen fit war. Die anderen Babys haben die ganze Zeit geschlafen. Auch bei Kimara kamen die Lebensgeister, und wir konnten sie zu ihren Geschwistern legen. Gegen 13.30 Uhr war ich dann mit Fanny und ihren Babys wieder zuhause. 

Die erste Nacht haben wir gut überstanden. Alle haben gut zugenommen. Fanny geht es soweit auch ganz gut. Ihr könnt die kleinen unter der Rubrik Welpen unter K-Wurf bewundern. 

Alle Welpen haben ein tolles Zuhause, in das sie in 9 Wochen ziehen werden. Bis dahin genießen wir die Zeit, mit unseren 7 Zwergen vom Sulzbachtal.

Heute beginnt die neunte Woche (56. Trächtigkeitstag), das lange warten ist nun bald beendet. Wobei sich die kommenden Tage die noch vor uns liegen, viel länger anfühlen als die letzten Tage. Ich hab so gut wie alles erledigt, so das ich sehr viel Zeit mit Fanny verbringen kann. Heute war auch mein letzter Arbeitstag, ich hab jetzt Urlaub und kann mich ganz auf Fanny konzentrieren. Fanny hat ihre zweite Herpes Impfung bekommen. Und der Kot wurde auf Parasiten untersucht. Soweit ist alles perfekt. Fanny geht es sehr gut. Sie läuft immer noch fleißig unsere kleine Wiesenrunde mit. Bei der großen Waldrunde muss sie nicht mehr mitlaufen. Ihr Bäuchlein hat sich schon etwas abgesenkt. Von der Seite betrachtet sieht sie zur Zeit eher aus wie ein kleines Hängebauch Schweinchen.

 

Und das geschah die letzte Woche im Bäuchlein: 

49.-56. Tag:

Jetzt können auch ungeübte Hundeliebhaber die Bewegungen der Welpen im Mutterleib erspüren und manchmal auch sehen. Die Körperbehaarung der Welpen ist vollständig ausgeprägt. Der Hündin hingegen fallen am Bauch nun die Haare aus. Langsam sollte die Geburt vorbereitet werden, nicht nur alle Hilfsmittel für den Züchter sollten im Hause sein (Schreibzeug, Waage, Tücher, Zeitungen, Uhr, Desinfektionsmittel, Schere und Faden, Globuli zur Geburtsunterstützung…… und natürlich Schokolade (natürlich nur für mich) !!!) sondern die Hündin muss auch an ihre Wurfkiste gewöhnt werden.

 

 Und so sieht die kommende Woche aus:

56.-66. Tag:
Die Welpen werden als „Nesthocker“ geboren, die Ausdifferenzierung einzelner Organe wie z.B. der Lunge ist bei der Geburt noch nicht beendet, die Augenlider und Gehörgänge sind geschlossen.

 60. Tag (Quelle National Geografic)
 
 
 60. Tag (Quelle National Geografic)

Schon Tage vor dem eigentlichen Wurftermin, um den 63. Tag, beginnt die Hündin mit ihrem Nestbauverhalten, sie sucht nach einem geeigneten Platz zum Werfen, buddelt und gräbt unseren Garten um, baut Höhlen und gestaltet die Wurfkiste nach ihren Wünschen um. Die Hündin wirkt möglicherweise unglücklich, ruhelos, läuft immer hin und her und fühlt sich offensichtlich unwohl. Meistens fressen Hündinnen kurz vor der Geburt nichts mehr. Dann weiß man, dass es so langsam ernst wird.  Manche Hündinnen verlieren etwas weiße Scheidenflüssigkeit. Sinkt die Körpertemperatur um ca. 1,5 bis 2 Grad ab, werden die Welpen innerhalb der nächsten 6 bis 24 Stunden geboren und das Wunder Leben geht für uns Menschen nun um so spannender weiter.

 

Unserer Stute geht es auch sehr gut. Ihre Wunde sieht sehr gut aus, es hat sich zum Glück nichts entzündet. Die Tierärztin hat auch wirklich sehr sauber gearbeitet. Die Fäden bleiben noch ca. 2 Wochen drin. Sie hat auch kein Fieber bekommen, so das wir bei dem leichteren Antibiotikum bleiben konnten. Bis jetzt macht sie noch keine Anzeichen das die Geburt bald losgehen würde. Die Pferde sind da aber auch ganz anders als Hunde. Das kann auch sehr überraschend kommen. Louzie hätte am Mittwoch Geburtstermin, mal schauen wer früher kommt. Das Fohlen oder die Zwergis.  

Einen Tag später als geplant kommt das wöchentliche Update von unserer Fanny und ihren Babys. Gestern kam mir Leider eine sehr blöde Verletzung dazwischen. Unsere trächtige Stute hat sich gestern spät Nachmittag sehr unglücklich am Hals verletzt. Beim reingehen von der Weide hat sie sich sehr unglücklich gedreht und hat sich an einem Eisenring eine große Wunde aufgerissen. Die Wunde ist ca. 15cm lang, ca. 8cm breit und sehr tief. An dem Ring ist ein Teil von einem Muskel hängen geblieben. Wir hatten echt Glück im Unglück. Denn es wurden die Blutgefäße nur haarscharf verfehlt. Das hätte unser Louzie sonst nicht überlebt. Die Tierärztin hat 2 Stunden gebraucht die Wunde zu versorgen und wieder zuzunähen. Jetzt hoffen wir das sich nichts entzündet. Und alles gut verheilt. Ich hoffe auch das sich das Fohlen noch etwas Geduldet. Eine Geburt wäre jetzt evtl. eine zu starke Belastung für sie. 

Aber nun zu Fanny und ihren Zwergen. Heute ist der 50. Trächtigkeitstag. Ihr geht es weiterhin gut. Sie hat sehr viel Appetit zur Zeit. Das spazieren gehen wird schon etwas schwerfällig. Wir gehen auch nur noch kurze Strecken mit ihr. Heute ein Bild von Fanny und ihrem Bäuchlein. Sie zeigt es sehr stolz.

Was geschah in der letzten Woche im Bäuchlein:

42.- 49. Tag:

In den bisher knorpeligen Knochen der Föten beginnt die Verkalkung. Die Welpen können nun leicht unter der Bauchdecke ertastet, jedoch schlecht gezählt werden.

Die Haare am Bauch der Hündin fallen aus.

Die Hündin sollte jetzt keine rauen Spiele mit anderen Hunden spielen oder springen.

Per Röntgenaufnahme lassen sich Anzahl und Größe der Welpen bestimmen.

45. TAG

Entwicklung eines Welpen

Der Fötus hängt an der Nabelschnur wie ein Raumfahrer im Weltall und bewegt sich frei in der mit Fruchtwasser gefüllten Blase. So ist er fantastisch stoßgesichert.

Sein Haarkleid ist noch schütter, die endgültige Pigmentierung ist jedoch schon fertig. Die Ohrmuscheln sind fertig ausgeprägt und auch typische Merkmale sind lange vor der Geburt zu erkennen. Die Föten hecheln bereits im Mutterleib, dadurch schützen sie sich schon vor der Geburt vor Überhitzung, da ihnen die Schweißdrüsen fehlen.

Bei der Hündin merkt man langsam eine Umfangsvermehrung, ein verdicktes Gesäuge und einen verstärkten Appetit. Der Bauch vergrößert sich, ihr Gesamtgewicht kann sich während der Tragzeit um 20 bis 30 % erhöhen.

 

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